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Nach den grauen, regnerischen Vortagen heute morgen das schönste Wetter - strahlend blauer Himmel! Wenn das kein guter Start ist. Wie schon 26 lange Jahre, seit unserem ersten gemeinsamen Urlaub in Calvi auf Korsika 1973, muss ich den Vorbereitungsstress von Christa ertragen. Trotz ihrer Befürchtung, dass wir zu spät aufgestanden sind, geht´s nachmittags mit Renate und Werner rechtzeitg los nach Frankfurt. Wir sind eine Stunde früher als geplant da und checken als erste ein. Gleich nach uns zwei Girls: eine mit blauen Haaren und eine Alternative! Wir erkennen sofort, dass diese Zwei zu uns gehören. Beide sind uns auf Anhieb sympatisch, doch die bange Frage bleibt: was kommt noch auf uns zu?
Wir besichtigen noch die Frankfurter Flughafenterrasse und begeben uns rechtzeitig in die Abflughalle, in der wenig Reisende auf den Flug nach Athen warten. Nacheinander trudeln alle Teilnehmer ein. Erstaunlich, wie schnell man Menschen kennenlernen kann, wenn man offen auf sie zugeht. Immerhalb kurzer Zeit haben wir Sieben uns zusammengefunden. Im Stehen erfolgen die ersten Gespräche, doch nach und nach wird jedem das Stehen zu lange. Erste Ernüchterung: Wir sind nur zwei Paare, denn Gabi und Matthias kommen nur zufällig beide aus Erlangen.
Mit 45 Minuten Verspätung starten wir mit Flug OA 474 endlich zum großen Abenteuer Australien.
Der Tag beginnt früh. Gegen 1.00 Uhr stehen wir vor dem Flughafen in Athen und warten auf den Bus, der uns zum Hotel bringen soll. Wir warten und warten. Die Gewissheit wächst, dass wir die Nacht mit Kneipenbummel durchmachen. Leider liegt das Hotel total abseits. Keine Kneipe, keine Bar. Alle legen sich auf´s Ohr, nur Christa und ich gehen über eine Stunde spazieren (Kneipensuche), richten uns kurz für´s Frühstück, schauen Fernsehen und sitzen um 3.30 Uhr beim ersten Kaffee.
Im Jumbo-Jet (Boing 747-212B) nur ein paar Schlummerminuten. Nach 8 Stunden Flug (Griechenland, Türkei, Syrien, Iran, Irak, Pakistan, Indien) Zwischenlandung in Bangkok (Thailand). Das nächtliche Bangkok sieht aus dem Flugzeug sehr eindrucksvoll aus. Die Größe der Stadt überrascht uns, ebenfalls das sehr schwüle Wetter, das uns beim Ausstieg begrüßt. Wir stellen die Uhr erstmalig um - sechs Stunden voraus. In der Transferzone gibt es sehr viele Geschäfte, die uns die Wartezeit von zwei Stunden wie im Flug vergehen lässt.
Kurz nach 22 Uhr Ortszeit starten wir zum neunstündigen Weiterflug nach Sydney. Diese Etappe ist halb so schlimm, da wir die meiste Zeit schlafen. Das Abendessen lassen wir aus, da wir das ständige Essen satt haben.
In den frühen Morgenstunden überqueren wir Down Under*, das Land of OZ* .
Nach dem Frühstück dann endlich: Sydney liegt unter uns!
Das Desinfizieren ist harmlos und beschränkt sich auf das Besprühen der Flugzeuggänge.
Die Lebensmittel-Vernichtung klappt gut.
Tine muss ihre deklarierte Banane vernichten.
Wir werden sehr herzlich von Darryl, unserem Reiseführer, empfangen.
Wir spüren gleich: das ist ein echter 'Dinkum*.
Es folgen drei Überraschungen:
1. Der Bus ist klimatisiert
2. Zwei weitere Teilnehmerinnen sind schon da (Anne und Eva)
3. Brigitte und Holger, die nach vier Wochen Neuseeland zu uns stoßen, sind auch kein Paar.
Um 13.00 Uhr ist alles im Bus verstaut und wir starten nach einer schnellen Dusche im Bed- und Breackfast-Motel zu einer 5 1/2stündigen (!) Stadtrundfahrt, die uns bis zum Bondi Beach hinausführt. Unser erster Eindruck von Sydney lässt uns nicht in Begeisterung ausbrechen. Wir verstehen nicht, warum Sydney eine der schönsten Städte der Welt sein soll. Ist es die Müdigkeit, die unser Urteilsvermögen schwächt? Außer der Oper und der Harbour-Brigde (das Klettern auf der Brigde fasziniert mich, ist mir aber für 98,-- AUD zu teuer) sehen wir nichts Außergewöhnliches. Spätestens um 18.30 Uhr dösen alle vor sich hin, doch Darryl hält uns nach Ankunft im Motel in der Allen-Street wach.
Es beginnt zu regnen, als wir abends im sehr touristischen Darling Harbour eine Runde drehen. Da alle Kneipen überfüllt sind, suchen wir zusammen mit Brigitte, Holger und Matthias ein Pub in der Nähe unseres Motels und machen erste Bekanntschaft mit WiBi (Victoria Bitter), einem guten australischen Bier. Unser erster Tag in Australien geht um 22.30 Uhr langsam zu Ende.
Nach dem ersten australischen Brecki* um 7.00 Uhr (sehr guter Orangensaft, aber nur Marmelade für den Toast) starten wir um 8.00 Uhr zu unserer Rundreise durch Australien. Auf dem Princess Highway (HW) geht´s durch die Illawarra-Region an grünen Wiesen und Eukalyptuswäldern (wie im Allgäu!) vorbei in Richtung Süden. Dem obligatorischen Ausblick vom Mount Keira Lookout* auf die schöne Küste bei Wollongong folgt ein erfolgloser Besuch beim Blowhole in Kiama. Bei starker Brandung schießt das Wasser bis zu 60 m in die Höhe. Die Fontänen haben aber heute Ruhetag und es gibt nicht viel zu sehen. Von Kiama bleibt uns das pinkfarbene Postoffice in Erinnerung.
Im Laufe der Reise werden wir feststellen, dass wir noch öfters zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Nach einem weiteren Stop in Ulladulla, wo ich beim bekannten Fischereihafen meinen grünen Schlapphut kaufe, fahren wir schnurstracks entlang der Sapphire Coast zu unserem ersten Etappenziel.
In der Nähe von Thatra im Mimosa Nationalpark (NP) empfangen uns um 18.00 Uhr bei Dunkelheit die ersten Känguruhs (Christa bekommt ihre ersten Australien-Gefühle) zum Wildcampen. Auf unserer weiteren Reise werden wir damit vertraut, dass auf den Wildcampingplätzen lediglich ein Dunny* ohne Wasserspülung, jedoch oft sehr sauber, vorhanden ist. Apropos Dunny: Angela und ich werden die Dunny-Stopper während der Rundreise.
Wir stellen zum ersten Mal unser Zwei-Mann-Zelt auf. Die Technik ist recht einfach und recht schnell werden wir zu Profis beim Aufstellen australischer Zelte. Wir bedauern Gabi, die als Einzige ihr Zelt alleine aufstellen muss. Doch die Gruppe lässt Gabi nie allein. Darryl kocht. Mit Mais, Kartoffeln, Quark-Hüttenkäse und Salat (wir haben mit Darryl, Angela und mir drei Vegies an Bord) beenden wir den Tag um 21.30 Uhr. Die nächtliche Ruhe wird nur hin und wieder durch Matthias Schnarchen gestört. Heute nacht verunstalten die Mozzies* zum ersten und einzigen Mal meine und auch anderer Beine.
7.30 Uhr herrliche Morgendusche im Meer! Nach unserem Frühstück, das in den kommenden vier Wochen kaum variiert( Toast, Müsli, Tee oder Kaffee), geht´s zum ersten Großeinkauf nach Bega. Die Mädels gehen einkaufen, Matthias und wir besorgen das erste Bier. Mit vollen Esky´s* fahren wir Richtung Snowy Mountains, deren im Winter schneebedeckte Fläche in Victoria und New South Wales (NSW) größer als die Schweiz ist. Eine Landschaft wie in der Eifel (Brigitte und Holger).
Nach einem Zwischenstopp bei einer Jumbuckauktion* nehmen wir in Cooma, dem Tor zu den Snowy Mountains, das Mittagessen an einer Straße mitten in einem Flecken gegenüber einem Restaurant ein. Schon jetzt ist abzusehen, dass wir mittags den Trailer zur schnellen Küche umfunktionieren.
Nachmittags herrliche Fahrt durch den Mt. Kosciusko NP. An der Grenze zu Victoria schlagen wir bereits um 16.00 Uhr am Willis-Camp unsere Zelte zum nächsten Wildcampen auf. Ein Bad im kniehohen, wildromantischen Snowy-River erfrischt uns einigermaßen. Nach dem Abendessen starten wir zu viert einen Boozie*-Abend mit einem Angriff auf eine volle Flasche Metaxa, die diesen Abend am Lagerfeuer nicht mehr überlebt. Insbesonders Holger sammelt durch dieses feucht-fröhliche Vergnügen unbegründet einige Minuspunkte in der Gruppe, die er erst langsam wieder reduzieren kann.
Wir überqueren die Grenze nach Victoria (Spandau-Land) um 8.45 Uhr. Nach der steilen und kurvenreichen Fahrt durch den Alpine NP gibt es bis Melbourne außer einem leider toten Echidna* nichts Interessantes zu sehen. Nur Steppenlandschaft, gleichmäßig eben mit braunem Gras. Ab und zu Rinder, Kühe und Pferde (wie bei uns). In der Nähe von Bairnsdale, wo mit der St. Mary´s Church eines der schönsten Gotteshäuser Australiens steht, machen wir Mittagspause. Es zeigt sich, dass wir Kulturmuffel sind, denn Besichtigungen interessieren außer Christina wohl niemand.
Je weiter südlicher (Richtung Antarktis) wir fahren, desto kälter wird es uns! Alle betteln darum, die Klimaanlage abzuschalten und die Heizung aufzudrehen. Die ersten Krankheitsfälle treten auf - kommt es zur Epidemie?? Doch Gott sei Dank werden alle außer Gabi (Schnupfen und Halsschmerzen) verschont.
Wir kommen relativ früh in der Juhe an und können uns nach dem Duschen und dem ersten Wäsche waschen ruhig auf den bevorstehenden Grillabend vorbereiten. Zu Gast haben wir einen Einwanderer aus Christinas Wohnort. Ich gehe endlich mal wieder joggen, was mir ganz guttut. Beim Barbie* unter der Pergola (endlich Fleisch für die Nichtvegetarier) wird´s recht kühl. Nach dem ersten Anruf daheim geht´s in die Falle. Ruhiger und guter Schlaf.
Erster Ruhetag für unseren Fahrer. Nach dem Frühstück nutzen wir gemeinsam mit Matthias die Gelegenheit zu einem ausgedehnten Stadtbummel durch Melbourne. Die Skyline und die Stadt selbst gefällt uns besser als Sydney. Der Blick vom 253 m hohen Rialto Tower, der Spaziergang im botanischen Garten und am Yarra-River sowie der Stadtbummel lassen bei Christa erstmalig richtige Urlaubsgefühle aufkommen. Erst um 17.00 Uhr kehren wir zur Juhe zurück. Nochmals joggen und grillen.
Ausklang zu Dritt im Redbacker (eigenes Malz-Weizen-Bier). Vom irischen Feiertag (St. Patricks-Day) bekommen wir nicht viel mit.
Endlich geht´s weiter! 7.00 Uhr Frühstück bei Kerzenlicht, 8.00 Uhr Abfahrt. Unsere erste Station ist das National Wool Museum in Geelong. Beim Tucker Time* an der Great-Ocean-Road testen Holger, Christa und ich unsere Kondition für die kommenden Wanderungen (wann kommen sie denn?) durch einen kurzen, aber steilen Bergaufstieg. Während der Weiterfahrt sehen wir ihn endlich: den ersten Koala! Ein Caravan hatte bereits gehalten und ließ Darryl auf die Bremse treten. Große Foto-Session.
Nachdem wir im Surf- und Beachort Apollo-Bay, dem Tor zu den Otway Ranges, zu überhöhten Preisen unser Abendessen besorgten, machen wir im Meat Rest../Otway NP einen Rundgang durch einen Regenwald. In diesem NP schlagen wir unser Wildcamp auf. Nach einem kurzen Bad im See (ich allein - nicht empfehlenswert) fahren wir anschließend noch zu einer Nachtwanderung zum Madron Track im Melba Gilly State Park. Mit Taschenlampen spüren wir Hunderte, ja Tausende von Glühwürmchen unter sternenklarem Nachthimmel auf. Mit einem kurzen Selbsterfahrungskurs (im Stockdunkeln am Weg entlang) endet dieses tolle Erlebnis und wir fahren zurück zum Nachtlager.
6.00 Uhr aufgestanden. Wir bauen das klamme und feuchte Zelt bei Dunkelheit ab. Noch vor dem Frühstück fahren wir nochmals zum Melba Gilly. Wir machen den großen Rundgang (30 Min.) am Big Tree vorbei (Umfang 27 m, 300 Jahre alt) und holen uns hier den Hunger für´s Frühstück, das Darryl zwischenzeitlich bereitet hat.
Anschließend genießen wir den schönsten Teil der Great Ocean Road, die Landschaft von Torquay, wo Steinformationen bis zu 50 m aus den tosenden Wellen herausragen: die 12 Apostel, Loch Ard Gorge (in dessen Nähe das Segelschiff Loch Ard 1878 zerschellte), London Brigde (1990 teilweise eingestürzt), Bay of Islands.
Während des Mittagessens in Tower Hill erste Begegnung mit den australischen Straußen, den Emus, die ganz scharf auf unser Essen sind. Darryl belehrt mich, dass man mit Essen in der Hand nicht davonrennen sollte, da diese Tiere sehr schnell sind und böse werden können.
An diesem Tag sehen wir die letzten Koalas während unserer gesamten Rundreise. Es ist ein Highlight, denn wir sehen ein Koalaweibchen mit einem Jungen im Beutel.
Im Regen fahren wir weiter. In Halls Gap in den Grampians, dem mit 167.000 ha größten Nationalpark Victorias, schlagen wir auf einem offiziellen Campingplatz unsere Zelte auf. Nachts fängt es wieder zu regnen an. Zum Glück müssen wir morgen früh keine Zelte abbauen!
Um 6.00 Uhr regnet es noch leicht und wir bangen um unsere 5-Stunden-Wanderung. Doch Gott sei Dank hört der Regen auf. Gleich nach dem Frühstück 1,5 Std. gemeinsamer Aufstieg zum Pinnacle. Leider können wir wegen des schlechten Wetters überhaupt nichts sehen und genießen. Abwärts durch den Canyon mit seinen grandiosen Felsen und Charms*. Hier beweist Christa erstmals eine starke Leistung und besiegt ein klein wenig ihre Höhenangst.
Nachmittags sind wir zeitig zurück. Das gibt mir Gelegenheit, im Pool eine Runde zu schwimmen. Anschließend fahren wir noch zum Aborigines-Informationszentrum. Bei der Rückfahrt sehen wir drei Känguruhs, doch leider haben wir immer noch keine direkte Begegnung mit den Hüpfern.
Mit einem Lagerfeuer endet dieser Abend.
Beim Zeltabbau um 6.30 Uhr regnet es schon leicht. Bei starkem Regen fahren wir in Richtung Adelaide. Um 11.00 Uhr überqueren wir die Grenze in den niederschlagärmsten Staat South Australia (SA) - bei strömendem Regen! Wir vermissen die Obst- und Gemüsekontrolle, denn es darf nichts nach SA eingeführt werden (hohe Strafen). Die geplante Kanufahrt in Murray Brigde auf dem Murray River, dem mit 2500 km längsten Fluss Australiens, fällt ins Wasser, die Aussicht vom Berg auf Adelaide fällt wegen Nebels aus - alles in allem ein beschissener Tag. Das Thermometer sinkt auf 19 Grad Celsius. Die Uhr muss umgestellt werden: 1/2 Std. zurück.
Endlich mal wieder in der Stadt campen. Doch Darryl fährt immer weiter an den äußeren Stadtrand zum West-Beach CP - an Abendvergnügen in der Stadt ist nicht mehr zu denken. Gott sei Dank war es beim Zeltaufbau auf dem luxeriösen, schön angelegten Zeltplatz und beim Abendessen trotz kräftigem Wind trocken.
Nach unserem zweiten R-Gespräch um 23.30 Uhr mit Zuhause gehen wir schlafen. Das Positivste heute: 7 km Joggen nach Glenelg, Bad im Wellenmeer, Darryl´s Kürbissuppe, zwei Flaschen Rotwein unterm Gemeinschaftszelt.
Nach einer kalten Nacht haben wir heute zum ersten Mal länger geschlafen! Frühstück erst um 8.30 Uhr. Von 10.00 bis 15.00 Uhr Shopping in der Rundle Mall (Sommerschlußverkauf) und Bummel in Adelaide mit Brigitte. Unvergessen die Digeridoo-Vorführung im Tandanya National Aboriginal Cultural Institut, bei der eine große Schulklasse eine Unterrichtsstunde erhält. Das Mittagessen fällt mal etwas anders aus: für mich Spinat-Käse-Rolle und für Christa Fish and Chips in der Fußgängerzone. Das erste Essen außerhalb der Gruppe.
Am Nachmittag zwei schöne Stunden am und im Meer. Sehr erholsam. Nachdem Darryl bei einsetzender Kälte nun schon zum zweitenmal das Abendessen serviert hat (Pizza mit Salat), gehen wir heute abend zum erstenmal aus. In einem irischen Pub in der Innenstadt gibt´s ein gutes Guinness mit Kleeblatt. Heute Nacht ist es sehr kalt. Ich gehe mit dem Pullover schlafen.
Kurz vor 6.00 Uhr aufgestanden. Erstmals Frühstück in geschlossenen Räumen, da es immer noch sehr kalt ist. Heute fahren wir in die südlichen Flinders Ranges zum Mt. Remarkable NP zu einer Wanderung durch schöne und interessante Felsformationen.
Durch das stark irisch geprägte Clare Valley, in dem zusammen mit dem benachbarten Southern Vales rund ein Drittel des australischen Weines produziert wird, erreichen wir Port Augusta (Port Aggada). Dort machen wir einen Großeinkauf für vier Tage, denn ab morgen sind wir im Outback.
6.40 Uhr Frühstück und ab ins Outback auf dem Stuart HW (The Track) bei starkem Gegenwind! Wir tanken am Pimba Roadhouse bei Woomera, dem Testgebiet für Raketen und Atombomben.
Das erste Mittagessen im Hinterland endet fast verhängnisvoll: der Bus sinkt im weichen Sand ein! Zwei volle Stunden brauchen wir, um den Bus aus der Mulde zu schieben. Eine Menge von trockenen Ästen, die Läufer aus dem Bus und zwei Stahlplatten, die eigentlich für´s Grillen gedacht sind, helfen uns aus den Sandlöchern. Wäre der Bus, wie auf unserer weiteren Reise mehrfach geschehen, nicht angesprungen, wären wir 'to be up a Gumtree'*. Denn der Verkehr auf dem Stuart HW hält sich in Grenzen. Alle Stunde mal ein Road Train oder PKW. Und diese Mücken! Wenn das so weitergeht, sind wir nach über einer Woche heilfroh, wieder in der Zivilisation zu sein.
Total ausgetrocknet sowie fix und fertig, aber trotzdem erfreut über dieses Abenteuer, fahren wir verdreckt und verschwitzt weiter nach Coober Pedy, des weißen Mannes Loch. In dem wohl ungewöhnlichsten Ort Australiens leben viele Einwohner (ca. 25% davon sind Aborigines) unter der Erde in Dogouts*.
Die Wärme und Hitze ist immer mehr zu spüren. Coober Pedy erwartet uns mit einem kurzen Gewitterschauer und einem schönen Regenbogen. Wir haben Glück, dass wir trotz Verspätung noch das Opal-Museum in einer Mine besichtigen können.
Matthias, Christa und ich (Darryl: die romantischen Drei) gehen nach der ersehnten Dusche griechisch Essen. Während ich den wesentlich kürzeren Weg zu unserem Underground-Camping nehme, gehen Christa und Matthias den Umweg wieder zurück, verlaufen sich (lag´s an dem Liter Weißwein?) und werden dann von einem Cooper Pedaner zum Camping gefahren.
Heute haben wir eine lange Etappe vor uns. 730 km zum Ayers Rock. Nach dem Frühstück um 6.30 Uhr und bei noch angenehmen Temperaturen (es regnet leicht) fahren wir gut gelaunt los, denn wir haben in den Bunks* endlich mal wieder sehr gut geschlafen.
Wir halten erstmals beim 9.600 km langen Dog Fence* bei Marla (Oodnadatta Track), fahren über die Grenze ins Northern Territory (NT) und müssen schon wieder die Uhren umstellen - eine Stunde zurück. Mittagspause in Kulgera. Nach langen Stunden auf Bitumen*, in denen wir eigentlich nur tote Känguruhs am Straßenrand sehen, taucht er dann endlich auf - der falsche Berg. Wir kommen am Mt. Connor vorbei und es dauert noch bis 16.30 Uhr, bis der Uluru, der 1872 von Ernst Giles entdeckt wurde, in unser Blickfeld kommt.
Im Touristendorf Yulara schlagen wir unsere Zelte auf. Nach einer kurzen Pause zum Zeltaufbau und Erfrischung im Pool fahren wir schnell los zum Sonnenuntergang am Sunset Viewing/Point. Um 18.50 Uhr sollte das Spektakel steigen, doch das trübe Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Na dann eben nicht, morgen früh sind wir ja wieder hier! Wir amüsieren uns über das Schauspiel, das auf der Besucherplattform stattfindet: Sektempfang, Gruppenfoto und dann den besten Platz zum Fotografieren aussuchen. In der Hauptsaison soll es hierbei wie im Tollhaus zugehen, heute hält sich der Besucherandrang in Grenzen.
5.15 Uhr aufgestanden - ab zum Sonnenaufgang am Sunrise-Point! Wir sind die ersten und beobachten wieder das menschliche Treiben. Doch das Wetter beglückt uns wieder nicht mit einem roten Felsen.
Wir fahren relativ schnell weiter, um den Berg rechtzeitig vor den anderen Touristen zu umrunden. Ich will als einziger der Gruppe auf den Berg (traut sich niemand?), doch der Aufstieg ist wegen schlechten Wetters gesperrt. Also auch für mich: Umrundung des 350 m hohen Berges auf dem Base Walk! Nach vier Stunden und 9,8 km, ich davon fast die Hälfte barfuß, haben wir´s geschafft. Die Eindrücke waren schon überwältigend: das Gehirn (the Brain), der Känguruh-Schwanz (Kangaroo-Tail), die Höhle (Cave of the women). Nach einem Besuch im Visitor Zentrum relaxen wir am Nachmittag mal ein wenig (schlafen und schwimmen).
Um 17.00 Uhr geht´s zum Versuch Nr. 3 - Fehlanzeige. Alle schauen ganz erstaunt, als wir vorzeitig wieder abfahren, doch der Himmel gibt uns eine eindeutige Antwort. Über den Olgas tobt ein Gewitter.
Nach dem Abendessen mit Spaghetti, Bier und Wein kommt erstmals Gruppenlust beim Bergfest auf. Christa ist sehr gut im Zigarettenschieben. Darryl und ich übernachten auf dem Tisch im Freien. Herrliche Nacht.
4.30 Uhr aufgestanden. Fahrt zu den Olgas (Kata Tjuta), einer Ansammlung von 36 Monolithen, um den Sonnenaufgang zu erleben. Die Sonne, es ist nicht zu glauben, geht auf. Doch einige Wolken und eine Menge Fliegen beeinträchtigen die Erwartungshaltung von uns allen.
Bis zum Mittag erleben wir auf einer herrlichen Wanderung durch die Olgas auf dem Valley of the winds-walk zwei schöne Stunden.
Nachdem wir während der Mittagspause an einem Roadhouse bei Curtin Springs eine Vogelvoliere mit vielen bunten Budgerigars*, Cockatoos*, farbenprächtigen Aras und Christas Lieblingshund entdeckt haben, geht die Fahrt weiter (fast alle schlafen) in die Nähe vom Kings Canyon, wo wir auf einem einfachen Campingplatz unsere Zelte auf Gras aufschlagen. Christa ist ganz entzückt von den vielen Känguruhs und von den fünf Kamelen, die sich auf dem Platz in einem geschlossenen Areal aufhalten. Nach dem Abendessen machen wir noch einen schönen Abendspaziergang zu zweit auf einer sehr ruhigen Straße unter einem wunderschönen Sternenzelt. Das Kreuz des Südens fasziniert uns auch heute wieder. Sehr früh ins Zelt geschlüpft (21.00 Uhr). Es wird eine windige Nacht.
4.00 Uhr aufgestanden. Auf dem gesamten Campingplatz brennt kein einziges Licht, nur die Sterne leuchten wieder so herrlich wie am Abend zuvor. Doch wir sind ja jetzt schon richtige Camper, so dass uns dies auch nicht erschüttert. Das Zelt im Dunkeln abbauen machen wir mit links, doch auf der stockdunklen Toilette lernt man mit einer batterieschwachen Taschenlampe andere Erfahrungen kennen.
Den Kings Canyon-Sonnenaufgang schminken wir uns ab und machen uns ohne Frühstück auf einen 6 km langen Rundweg durch die Canyons. Hier handelt es sich um ein 270 m tiefes Tal, das von senkrechten Felsabstürzen begrenzt ist. Die erste halbe Stunde erleben wir bei kräftigem Wind einen steilen Aufstieg über unebene Steintreppen - und das in rabenschwarzer Nacht. Phantastisch! Was Christa hier wieder vollbringt, verdient die volle Hochachtung. Sie ist schon eine halbe Alpinistin.
Wir sehen Felsen wie Bienenstöcke, den 'Garden Eden' und Formationen wie aufeinandergeschichtete Pfannkuchen (verwitterte rostfarbene Felsdome). Hoffentlich will Christa nicht jedes Wochenende in die Berge, wenn wir wieder zu Hause sind!
Bereits um 10.00 Uhr machen wir uns auf den Weg zu The Alice. Die Fahrt durch Aborigines-Land fällt wegen Überflutung bei Hermannsburg flach (ein Bus steckt dort bereits fest) und wir müssen einen Umweg von 160 km über den Lassiter HW in Kauf nehmen. Solche Umwege sind in Deutschland undenkbar!
Wir kommen jedoch noch rechtzeitig im Heavitree Gap Outback Resort in Alice Springs an. Bei diesem Gap handelt es sich um einen Einschnitt durch die Mac Donnell Ranges. Nach einem Bad im Pool gehen wir heute mit der Gruppe zum erstenmal gemeinsam essen. Erst wird eine Reptil- und Schlangenshow geboten und nach dem Essen spielt eine Country-Band Folkmusik. Der Abend wird länger als sonst und erst um 24.00 Uhr endet dieser herrliche Tag.
Auch heute stehen wir um 4.00 Uhr auf, da wir um 5.00 Uhr zum Ballooning abgeholt werden. Kurz vor fünf dann die Absage: schlechte Windverhältnisse! Herbe Enttäuschung bei uns allen. Dafür gehen wir nochmals drei Stunden ins Bett.
Nach dem Frühstück machen wir uns zu zweit zur Stadterkundung auf. Alice Springs wurde 1872 nach der Ehefrau von Charles Todd, dem Postminister von SA, gegründet. 3,5 km am Todd-River entlang zur 1932 aufgegebenen Old Telegraph Station , die Christa gar nicht gefallen, dann Shopping in der Todd Mall, Besuch bei der Royal Flying Doctor Base (nur von aussen) und zum Abschluss noch 5 km zum Zeltplatz. Den Besuch auf dem Anzac Hill sparen wir uns aus Zeitgründen. An diesem Tag begegnen wir vielen Aborigines, bei denen von Stolz und Würde nichts mehr übrig ist. Soziale Außenseiter.
Während Christa nachmittags bei schönstem Sonnenschein zum Relaxen an den Pool geht, ersteige ich den Hausberg und habe einen super Blick über die gesamte Gegend. Nach der Rückkehr tummle ich mich mit den anderen am Pool. Die Pushbike-Tour* fällt leider aus, da Darryl den Bus herrichtet.
Heute gehen wir wieder mit Matthias essen. Vorher füttern wir noch eine Horde Euros/Rockwallabies*, die am Rande des Campingplatzes von den Felsen herunterkommen. Christa isst anschließend Kangaroofleisch (wie kann man nur). "Schmeckt wie Rindfleisch" ist ihr einziger Kommentar. Ich bleibe bei Fish and Chips.
4.30 Uhr aufgestanden. Angela geht zum Kamelreiten und Tine, Christina, Gabi, Matthias, Holger und wir zum Ballooning. Nach einer halbstündigen Fahrt mit dem Bus auf einer sehr holprigen Straße und zweimaligem Loslassen eines Testballons geht´s endlich los. Eine Stunde Fahrt 26 km über das Outback! Einfach herrlich dieser Rundumblick. Wir gehen immer wieder runter und steigen dann wieder auf (bis zu 600 m). Unter uns immer wieder Känguruhs (endlich mal wieder). Anschließend Superfrühstück mit frischem Brot (Käsekruste!!), Croissants, Hähnchen, Schokotorte und Sekt bis zum Abwinken.
Leicht angeheitert, mit Brotresten (Gabi: ist das peinlich) und einer Flasche Sekt unterm Arm, kommen wir wieder auf dem Campingplatz an. Da die anderen bereits die Zelte verstaut und gefrühstückt haben, fahren wir gleich los Richtung Tennant Creek. Die Sektflasche bleibt nicht lange zu, da Brigittte auch mal kosten will. Im Nu ist die Flasche leer und wird noch mehrere Tage im Bus liegen, da wir das Etikett als Andenken aufheben möchten. Nach einer Woche werden wir feststellen, dass sich das Etikett nicht lösen lässt.
Wir überqueren kurz nach Zwölf den südlichen Wendekreis (zu Fuß mit der Bottle in der Hand), was manchen unserer Mitreisenden nicht so sonderlich gefällt. Ab hier beginnt das Gebiet der Krokodile. Zur Mittagszeit halten wir an der legendären Drinker Bank im Barrow Creek Hotel, in dem die Wände voller Geldscheine gepflastert sind.
100 km vor Tennant Creek tauchen die imposanten Devil Marbels auf. Es gibt wesentlich mehr Marbels als ich mir vorstellte. Es bleibt auch Zeit, einige Steine zu besteigen. Ab sofort sehen wir die ersten Termitenhügel, die teils massenhaft auf beiden Seiten der Strasse stehen. Leider sind keine so großen Hügel wie auf den Bildern dabei.
Beim abendlichen Bushwalking mit der Bushtuckerin Nancy Schmidt, das ich mir ganz anders vorgestellt habe, wird uns die Botanik im Outback nähergebracht. Am besten ist jedoch das Damper* und Billy-tea* am Ende des Besuchs. Leider gibt´s keine Witchety Grubs*. Wir übernachten nach einem sonnigen und heißen Tag in Tennant Creek auf einem Campingplatz.
Obwohl wir eine sehr lange Etappe auf dem Barkly HW vor uns haben, können wir wieder etwas länger schlafen. Wir können uns mit dem Zeltabbau und dem Einpacken bis zum Frühstück um 7.00 Uhr Zeit lassen. Im Laufe des Tages wird uns klar, dass wir das Ziel locker schaffen, denn unterwegs gibt es rein gar nichts, das sehenswert wäre.
Darryl, unser banana-bender*, wird zum Ende der Reise immer nervöser, denn wir kommen in der Nähe von Camooweal nach Queensland (Qld), seinem Heimatstaat. Für uns bedeutet das: Uhren eine Stunde vorstellen! Die Landschaft wird wieder etwas abwechslungsreicher: mal weites, ebenes Land mit hohem Spinifex, mal hügelig mit Sträuchern und Bäumen.
Den Besuch in der Mine von Mt. Isa (weltgrößter Produzent von Blei und Silber in nur einer Mine) sparen wir uns, da wir nicht nochmals zwei Stunden Rundfahrt absolvieren möchten. Ich nutze die rechtzeitige Ankunft zum joggen und schwimmen. Erstaunlich, wieviele Campingplätze im Inneren des Landes einen Pool haben. Mir kann´s nur recht sein.
Christa ist heute eine Stunde zu früh aufgestanden. Sie hat zum erstenmal Heimweh und zählt die Tage bis zum Heimflug.
Wir verlassen um 8.00 Uhr Mtl. Isa, eine Stadt so groß wie die Schweiz mit einer 180 km langen Hauptstraße und nur 22.000 Einwohnern. Auf dieser sehr langen Etappe bleibt nur der Zwischenstopp in Cloncurry im Gedächtnis. Hier gründete der legendäre John Flynn 1928 die Flying Doctors. Der Besuch im Museum ist ganz interessant. Wir fahren wieder den ganzen langen Tag auf der Suche nach der Sonne im Sunshine Staat. Doch -wie so oft auf dieser Reise- ist es nicht so wie es sein sollte. Ab 18.00 Uhr beginnt es zu regnen und es wird sehr feucht. Der Campingplatz ist mal wieder nass und stockdunkel.
Heute ist erst für 7.45 Uhr Frühstück angesagt, doch schon um 6.30 Uhr stehen die ersten auf. Ich schließe mich an und gehe erstmals am Morgen in den Pool. Nachdem wir nach einem Frühstück im Regen das schöne Städtchen Charters Towers, einstmals Australiens produktivste Goldminenstadt, angeschaut haben (Stock Exchange, Bank of NSW, Bank of Commerce), fahren wir gemütlich Richtung Airlie Beach. Die Eintönigkeit der vergangenen zwei Tage lässt nach, dafür haben wir ein Sauwetter. Qld lässt grüßen. Wir fahren jetzt an Zuckerrohrfeldern und -raffinierien vorbei. Kurz vor Airlie Beach starker Regenschauer, der sich im Laufe des Abends wiederholt.
Abends schlägt die Stunde für Christa: wir sind mitten in einem Ort mit Geschäften und Kneipen! Wir genehmigen uns nach einem kleinen Stadtbummel erst mal ein Bier im Straßencafe und gehen abends zu zweit (!!) zum Itie* auf eine Runde Pizza mit Rotwein. Christa freut sich schon riesig auf morgen! Nachts regnet es immer mal wieder, aber es ist richtiggehend warm.
Gott sei Dank ist es einigermaßen trocken, denn heute geht´s zum Segeln. Alle außer Christa, die lieber shoppen und am Strand spazieren geht, sind dabei. Um 9.30 Uhr heißt es "Leinen los" und mit über 20 Knoten pflügen wir durch die Whitsundays in Richtung Hayman Islands. Wir werden die meiste Zeit während der Fahrt in totaler Schräglage verbringen, was unserem Vergnügen keinen Abbruch tut.
Zur Mittagszeit gehen wir alle zum Snorkeling. Während fast alle anderen gemütlich weiterschnorcheln, heißt es für mich: give it a go*! Holger und ich wagen unser erstes Taucherlebnis. Nachdem wir an Bord eine theoretische Einweisung auf australisch erhalten und ein medizinisches Papier (keine Ahnung was draufstand) unterschrieben haben, wird es mir zwar etwas mulmig, doch es gibt kein Zurück mehr. Der Neopren-Anzug passt schon mal ganz gut, die Bleigürtel bringen den nötigen Zug nach unten und die Sauerstoff-Flaschen sind längst nicht so schwer wie vermutet. Wir sitzen erst einmal 5 Minuten Händchen haltend im seichten Wasser, um uns an die Atmung zu gewöhnen. Anschließend tauchen wir ca. 20 Minuten. Wir sind zwar nicht tief unten, aber das Taucherlebnis nimmt mir keiner. Ich habe nur einmal fast eine Panik bekommen, da das Atmen schwieriger wurde, aber unsere Tauchlehrerin hatte alles im Griff. Ihre good onyer*-Hinweise brachten mich sicher durch die Tiefe.
Nach der Rückkehr (wir haben alle einen kleinen Sonnenbrand) treffe ich eine strahlende Christa an. Einen ganzen Tag lang bummeln und shoppen! Mit einem gemeinsamen Abendessen in der Backpackerkneipe Beaches endet das Erlebnis Great Barrier Reef.
Heute ist Ostern und wir haben die längste Etappe der Rundreise vor uns. Um 7.45 Uhr fahren wir nach unserem Osterfrühstück (Schlabberweißbrot) bei Regen los, aber im Laufe des Tages wird es immer schöner. Kein Wunder, wir nähern uns bei Coolangatta wieder einer Grenze des Sunshine-Staates. Bis Rocky (Rock Hampton) habe ich mehr geschlafen als sonst während der Reise. Wir überqueren wieder den Wendekreis des Steinbocks und stellen eindeutig fest, dass es in NSW schöner ist als in Qld. Insbesonders die schnuckeligen Häuschen faszinieren Christa immer wieder.
Wir kommen erst um 19.00 Uhr bei Nacht am Dam* auf dem Wildcampingplatz an. Der Zeltaufbau und das Essenmachen (diesmal Spaghetti) klappt im Dunkeln nun schon recht gut. Christa träumt im Kerzenlicht von Sonntagsbraten mit Spätzle und Kartoffelsalat auf richtigen Tellern. Wir schlafen ohne Überzelt!
Was ist das für ein Urlaub? Alle sind bereits vor 6.00 Uhr auf den Beinen, obwohl erst für 7.15 Uhr Frühstück angesagt ist. Die Kookabouras (Laughing Jack) haben uns geweckt. Obwohl der See Wasser hat, verzichte ich zum einzigen Mal auf das kühle Nass. Christas Toilettengang wird von fünf Kängurus begleitet, in der Kloschüssel wartet ein riesengroßer Frosch auf sie.
Wir fahren nach Byron Bay, dem östlichsten Punkt Australiens. Zuckerrohrfelder (die ersten Pflanzen wurden 1860 in der Nähe von Brisbane gesetzt), Bananenplantagen, grüne Wiesen, Hügel, Berge und Wälder. Um die Mittagszeit sind erstmals mehr Autos unterwegs. Wir fahren durch Gympie, einem Ort, der einige Wochen zuvor 12 m unter Wasser stand. Auch heute regnet es immer mal wieder und es wird kühler.
Der Campingplatz ist von Pfützen übersät. Am Vortag mussten noch über 20 Autos aus dem Dreck gezogen werden. Wir finden noch einen annehmbaren Platz, gehen aber Essen, da das Wetter nicht gut aussieht. Wir sind mit Tine, Holger und Matthias unterwegs und verspeisen in einem BYO*-Restaurant einen ausgezeichneten Fisch, während sich der Rest der Gruppe irgendwo im Städtchen mit einem Burger zufriedengibt. Vor der Rückkehr treffen wir uns in einer Freiluft-Kneipe zu einem Bierchen bei Livemusik. Um 22.00 Uhr sind wir wieder auf dem Platz. Es gießt bis halb zwölf - das beste Wetter, um mal über ein Gruppenproblem zu reden.
Nach Mitternacht gehen wir in die Falle. Paul Hogan haben wir leider nicht kennengelernt.
Beim Aufstehen um 6.30 Uhr sehen wir ihn: den herrlich blauen Himmel! Nach dem Frühstück versuche ich mich als Surfi*. Ich mache alleine von 9-12 Uhr einen Surfkurs, während die anderen vom Cape Byron Lighthouse aus spazierengehen, Delphine beobachten und im Meer baden. Die Technik beim Surfen habe ich schon begriffen, doch so richtig auf´s Brett bin ich nicht gekommen. Aller Anfang ist schwer. Micky, unsere Surflehrerin, die den Kurs auf reinstem Australisch hält, bekommt das ganz gut hin.
Nachmittags erlebt die Gruppe eine sehr schöne Fahrt: schönstes Wetter, gepflegte Beachstädte, große Flüsse und herrliche Umgebung. Wir fahren durch Woolgoola, eine indischen Stadt. Leider bekomme ich vor Erschöpfung nichts mit, da mich der Schlaf übermannt.
Wir fahren an Port Macquarie vorbei. Heute abend campen wir das letzte Mal. Wildcampen ist angesagt, da der ursprüngliche Platz überfüllt ist. Wir sind fast alleine auf diesem abseits gelegenen Platz, den wir nur mit Mühe wegen der vielen Schlaglöcher erreichen. Hier grasen in Ruhe haufenweise Känguruhs. Ein Joey* ist auch zu sehen. Christa ist ganz begeistert, dass wir diese Tiere so nah erleben und verschießt einen ganzen Film.
Auch heute brauchen wir das Überzelt nicht - die Sterne über uns sind so viel schöner. Doch während des abendlichen Lagerfeuers kommt es wieder nass von oben. Doch Überzelt!
Jeder kann schlafen, solange er will. Christa ist bereits um 6.30 Uhr bei ihren Roos*. Ich trinke nach einem kurzen, aber schönen Strandspaziergang meinen Kaffee und gehe dann 2 Stunden ins Meer. Die Wellen sind super, ich muss nur auf die starke Unterströmung aufpassen. Christa hat Angst und geht wieder an Land.
Heute müssen wir wahrscheinlich das letzte Mal den Bus anschieben. Schade eigentlich, denn es hat uns (außer Darryl) immer wieder Spaß gemacht. Die ersten Kilometer nach der Abfahrt steht das Wasser zu beiden Seiten der Corrugation* ziemlich nah am Überflutungspunkt.
Nach der Mittagspause machen wir einen rund 30min. Rundgang durch einen Regenwald. Während wir interessiert die Bäume und Farne betrachten, die ersten Entsetzensschreie: Blutegel!!! Wir sind laufend damit beschäftigt, die Egel von unseren Schuhen abzustreifen. Der Regenwald kann uns gestohlen bleiben.
Die Entschädigung folgt um 16.30 Uhr. Vor uns plötzlich die Dünenlandschaft in der Nähe der Nelson-Bay am Nelson HW. Es macht riesig Spaß, diese Dünen, die jährlich rd. 2,5 m wandern, herunterzuhurgeln. Anschließend doch noch einmal schieben.
Wir kommen ca. 20.30 Uhr in Sydney an und sind begeistert von der nächtlichen Silhouette. Nach der Ankunft dusche ich kurz und falle todmüde ins Bett, während die Gruppe noch Pizza bestellt und zusammensitzt.
Herrlich geschlafen!! Nach dem Frühstück (ohne Zeltabbau und spülen!) starten wir zu unserer letzte Etappe der Rundreise - eine Fahrt zu den Blue Mountains. Die vierstündige Wanderung auf dem Grand Canyon Walk zum Evans Lookout gehört zu den schönsten Erlebnissen der Rundreise. Schluchten, Regenwald, Wasserfall sowie steile Ab- und Aufstiege.
Wir fahren weiter zum Lookout auf die Three Sisters. Die nachmittägliche Smoko* machen wir im Bus.
Abends fährt die Gruppe nochmals zum letzten Busessen. Matthias, Christa und ich feiern den vorzeitigen Abschied im Doyle´s, dem Fischrestaurant von Sydney. Direkter, herrlicher Blick auf die Sydney Opera. Der Fisch schmeckt lecker, auch wenn wir keinen Baramundi mehr bekommen.
Ein Spaziergang zur Oper, den Blick vom Quay auf das nächtliche Sydney und ein Guiness in einem Pub runden den herrlichen Abend ab.
Wie heißt es so schön? Zur freien Verfügung. Nach dem 7-Uhr-Frühstück und anfänglichen Problemen mit meinem großen Zehen geht´s mit dem 39-Dollar-Bonusticket Schlag auf Schlag: Rauf auf den Sydney-Tower, am Rand des Botanischen Gartens in die Rocks und rasch zur Harbour-Bridges, wo Holger auf uns wartet. Leider verpassen wir uns. Schnelles Cut Lunch* und Shopping (Souvenirs) in den Rocks und dann ab zur 2,5stündigen Hafenrundfahrt mit "Captain Cook Ferries". Im Eiltempo zu Fuß vom Circular Quay nach Darling Harbour ins Aquarium, wo über und unter uns eine fantastische Unterwasserwelt zu beobachten ist.
Wir schaffen es rechtzeitig bis 18.00 Uhr ins Motel. Dort unterschreiben wir die Jenga-Steine (die Idee kommt bei allen gut an), duschen schnell und gehen dann sofort gemeinsam nach Darling Harbour (zehn Minuten zu Fuß). Natürlich gibt´s wieder Fisch (Fischkorb) mit reichlich Bier. Darryl freut sich riesig über die Steine und den nachgebauten Trailer, die anderen freuen sich über die Mini-Koalas.
Um 8.00 Uhr unsere allerletzte Etappe mit dem inzwischen heißgeliebten Bus zum Flughafen. Es heißt Abschied nehmen von Anne, Eva, Brigitte und Holger, die einen späteren Flug nehmen. Auch Darryl fällt es schwer, Lebewohl zu sagen. Oo-roo*, liebgewonnener Bloke*, es war ripper*!!
Ab Bangkok ist der Flieger voll belegt und wir müssen wieder mit einem Mittelplatz vorlieb nehmen. Mich juckt das wenig, da ich fast die ganze Nacht ausgestreckt vor dem Notausgang verbringe.
Nach drei Zwischenlandungen in Melbourne, Bangkok und Athen, einem unzureichenden Service des gealterten OA-Teams (teilweise der Rocky-Horror-Show entsprungen) und vielen langen Stunden freuen wir uns alle auf die Landung in Frankfurt. Nervig das lange Anstehen zum Transit auf dem Athener Flughafen. Das vegetarische Frühstück ist eine Zumutung (warme Karotten und Erbsen, kein Brot/Brötchen, kein Brotaufstrich). Mir platzt der Kragen, nachdem ich schon während des gesamten Fluges meinem Essen hinterherrennen musste.
Endlich geschafft! Nach einem kurzen, schmerzlosen Abschied von den anderen erreichen wir noch rechtzeitig die S-Bahn zum Frankfurter Hauptbahnhof. Auf der Fahrt nach Würzburg, am schönen Main entlang, genehmigen wir uns noch eine halbe Flasche Whisky, steigen um nach Stuttgart und plagen uns wie immer auf die letzte Strecke: S-Bahn von Stuttgart nach Hause.
Ein wunderbarer Urlaub ist zu Ende. Fair Dinkum*.
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Seite: http://home.vr-web.de/paul.e/Homepage/privat/reisen/aus99/ausdruck.htm Stand: Januar 2005