Der älteste
Zeuge für den Gedanken der Wiedergeburt in der abendländischen Philosophie ist
Pythagoras (etwa 570 - 496 v.Chr.), der die Reinkarnation lehrte und angab,
sich an seine eigenen vorangegangenen Leben zu erinnern. (Iamblichus, Life of
Pythagoras, 1965) Unter den Philosophen der griechischen Antike sind Sokrates
und Platon die bekanntesten Vertreter der Wiedergeburtsidee. In MENON
beschreibt Platon, wie Sokrates einen kleinen Jungen vorführt, der in der Lage
war, ein geometrisches Problem zu lösen, das ihm augenscheinlich zum ersten Mal
vorgelegt wurde. Sokrates führt den Erfolg des Jungen auf eine unbewusste
Erinnerung an die Lösung zurück, die er in einem früheren Leben gelernt habe,
obwohl der Junge keine sonstigen Erinnerungen von einem solchen Leben besaß.
Platon zufolge sprach Sokrates in dogmatischer Weise über das Wissen, das wir
von einer Inkarnation in die andere mitbringen: „Weil nun die Seele unsterblich
ist und oftmals geboren und, was hier ist und in der Unterwelt, alles erblickt
hat: so ist auch nichts, was sie nicht in Erfahrung gebracht hätte, sodass
nicht zu verwundern ist, wenn sie auch von der Tugend und allem anderen vermag,
sich dessen zu erinnern, was sie ja auch früher gewusst hat." (Zitiert
nach der Übersetzung von Friedrich Schleiermacher.) Platon entwickelte die
Idee der Reinkarnation auch in anderen Werken, vor allem im PHAIDON, TIMAIOS,
PHAIDROS und in DER STAAT.
Apollonius,
ein Grieche, der in Tyan (Südanatolien) geboren wurde, reiste im ersten
Jahrhundert vor Christus nach Indien und führte dort philosophische
Diskussionen mit einem Weisen, Iarchus. Dieser machte Aussagen über ein
früheres Leben des Apollonius, die mit dessen eigenen Erinnerungen übereinstimmten.
(Philostratus, Life of Apollonius, 1969)
Auch
der griechische Philosoph Plotinos (205 -270 n. Chr.), der Begründer des
Neuplatonismus, war Anhänger der Wiedergeburtslehre.
Aber
auch Philosophen und Dichter der Neuzeit, darunter so überragende wie Giordano
Bruno, Goethe, Schopenhauer, Emerson, Walt Whitman, McTaggart, Broad und
Ducasse, waren von der Reinkarnation überzeugt und haben für sie argumentiert.
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