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125 Jahr
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Turn-und Sportverein Meinerzhagen 2002
Aus der Vereinsgeschichte
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| Die 2. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts leitete
für das obere Volmetal in mancherlei Hinsicht erfreuliche Entwicklungen
ein. Anlaß dazu waren sicherlich politische Veränderungen, die um 1850 einsetzten und der Bevölkerung größere Freiheiten gewährten. Hier ist vor allem das Vereinsgesetz zu nennen, das 1850 erlassen wurde und dem Volke weit mehr Rechte einräumte, als es bisher gehabt hatte. Nun durften sich die Bürger auch ohne Polizeiliche Erlaubnis zu Gesellschaften vereinigen und in geschlossenen Räumen versammeln. Diese Wandlung im politischen Leben trug auch mit dazu bei, daß modernes Gedankengut stärker beachtet wurde. An dieser Stelle interessiert vor allem die Idee Friedrich Ludwig Jahns, der bereits 1810 mit seinen Berliner Oberschülern hinaus auf die Hasenheide vor den Toren Berlins gezogen war, um mit ihnen zu spielen und zu turnen. Jahn wollte die Ertüchtigung des Körpers, die Regsamkeit und Aufgeschlossenheit des Geistes, wollte freudige Menschen schaffen, die gesund und mit „ befreiten Herzen“, wie es einmal ausgedrückt wurde, in der Welt sehen. Die Gedanken und Ideen Jahns fielen in Deutschland auf fruchtbaren Boden. Zwar standen weite Kreise der Bevölkerung der Turnerei ablehnend gegenüber, aber genügend Menschen erkannten den Wert dieser Bewegung und setzten sich für sie ein, und auch sie sogenannte „Turnsperre“, die von1819- 1842 das öffentliche Turnen verbot, konnte nicht verhindern, daß die Schar der Anhänger und Förderer wuchs. SO wurden nach der Aufhebung des Verbotes in Deutschland viele Turnvereine ins Leben gerufen. Im Jahresbericht 1846/ 47 der Lüdenscheider Rektoratsschulen wird als Unterrichtsfach „Gymnastische Übungen“ erwähnt, 1846 gilt als Gründungsjahr der Turnvereine in Iserlohn und Altena, 1848 folgt der Halversche Turnverein. Die politischen Ereignisse des Jahres 1848 brachten zunächst jedoch wieder eine Welle der Verfolgung und Unterdrückungen über die deutsche Turnbevölkerung. Erst 1857 gelang ein neuer Durchbruch, als Prinz Wilhelm von Preußen die Regentschaft übernahm. 1860 wurde da 1. Deutsche Turnfest in Coburg gefeiert, 1868 die Deutsche Turnerschaft gegründet. Von Lüdenscheid und Halver her kam es auch im oberen Volmetal zu erhöhten Werbetätigkeiten für die Turnidee. In Kierspe wurde ein Turnverein gegründet, konnte jedoch nur kurze Zeit bestehen. Wenig später wurde in Meinerzhagen der Versuch einer Vereinsgründung unternommen, und diesmal sollte es gelingen. Am 12. Februar 1877, einem Rosenmontag, versammelten sich im Lokal Schäfer die folgenden Bürger zu Gründung eines Turnvereines: Adolf Berrenberg, Emil Borlinghaus, Louis Kirmse, Reinhold Berrenberg, Wilhelm Winkel, Wilhelm Gautrein, H. Brunke, Paul Schmidt, August Rentrop und Karl Schäfer. Aus den Beständen des aufgelösten Nachbarvereins kaufte man am 24.02.1977 die ersten Turngeräte und verschiedene Lehrbücher zum Preis von 34,50 Mark; da dieser heute gering erscheinende Betrag jedoch nicht zur Verfügung stand , wurden die ehemaligen Kiersper Vorstandsmitglieder Emil Plate und August Schramm, die den Verkauf der Geräte durchgeführt hatten, als Mitglieder in den jungen Verein aufgenommen und ihr Beitrag bis zur Tilgung der Summe gestundet. Mit den nun vorhandenen Geräten, 2 Barren, 1 Reck, 1 Holz- und 1 Eisenreck, 1 Sprunggestell und 1 Schwebereck, konnte mit dem Turnbetrieb begonnen werden. Hier ergab sich allerdings eine Schwierigkeit; denn wenn es den Vereinsgründern und ersten Aktiven auch nicht an Idealismus und Einsatzfreude mangelte, so aber doch an den notwendigsten Grundkenntnissen. Obgleich man dem Turnwart Adolf Berrenberg gewiß nicht bestes Wollen absprechen kann, so kam es zunächst jedoch nur zu einigen Freiübungen militärischer Art, ansonsten nutzte man die Geräte nach eigenem Gutdünken, ging nach Belieben an die Geräte, trank sein Bierchen dazu, kurz, von einem regelrechten geordneten Turnbetrieb konnte nicht die Rede sein. Doch war die Vereinsgründung im Gauturnrat nicht übersehen worden, und als wenige Wochen nach der Vereinsgründung der damalige Gauturnwart Adolf Vormann, Iserlohn, unerwartet in der Turnrunde erschien, war es mit der „Gemütlichkeit“ zu Ende. |