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SF-Online
Editor:
Dr. Gert Vogel
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SF-Online: Archiv "Diverses"
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"Vurguzz"
von Gert Vogel
erschienen in ANDROMEDA 103 / 1981 |
Ja, jetzt wo Sie mich danach fragen, fällt es mir
wieder ein. Das war - lassen Sie mich überlegen - Anfang der 60-iger Jahre. Walter Ernsting und ich
besuchten einen SF-Con, wo, weiß ich nicht mehr genau. Ist aber auch egal.
Jedenfalls war das offizielle Programm lange vorüber. Die Room-Party hatte sich auch aufgelöst mangels Getreideprodukten wie Bier und Whisky. Da fragte ich
W. E., ob er nicht Lust auf einen echten Vurguzz habe. Die Zutaten seien auf meinem Zimmer.
Lust hatte er schon - aber als er mir dann bei meiner verantwortungsvollen Mixertätigkeit zusah, wurde er doch etwas vorsichtiger. Schließlich ist ein Gemisch aus Obstler, grünem Pfefferminz-Likör und einigen Spritzern geheimer Zutaten nicht jedermanns Sache. Und schon gar nicht
W.E.s!
"Du, sag mal, kann man das Zeug tatsächlich trinken? fragte er mich schaudernd.
"Aber natürlich! Schmeckt auch knorke. Nur riechen sollte man nicht daran. Und eines kann ich dir
garantieren: Einen Kater bekommt man nicht davon!" beruhigte
ich ihn.
Nun. er ließ sich überzeugen, und nach dem zweiten Glas schmeckte es ihm auch langsam. Wir saßen noch ungefähr eine Stunde zusammen,
taten uns am Vurguzz gütlich und diskutierten
übers Zwillingsproblem und die vor kurzem gestartete Perry - Rhodan - Serie, bis uns schließlich die Müdigkeit zu schaffen machte. Walter ging rüber in sein Zimmer, und auch ich legte mich schlafen.
Gerade war ich eingedämmert, da donnerte doch einer mit beiden Fäusten gegen die Tür, daß ich fast aus dem Bett fiel. Es
war W. E., der einen sehr verstörten Eindruck machte.
"Stell dir vor, was mir passiert ist!" sprudelte er heraus. als ich leicht schwankend die Tür öffnete.
"Ich liege Im Bett und bin gerade am Einschlafen, da erscheint doch direkt neben meinen Füßen ein seltsames
Wesen! Einen Meter groß, von Kopf bis Fuß mit braunem Pelz bedeckt, hinten einen breiten Schwanz, mit dem
es immerzu auf den Boden klatscht, und im Gesicht hat es einen einzigen, blitzenden Nagezahn! Und du
hast mir ausdrücklich versichert, daß dieses Zeug - dieser Vurguzz - unschädlich
sei!!!"
"Moment mal" erwiderte ich beleidigt. "Ich sagte nur, daß Vurguzz keinen Kater hervorruft! Von Mausbibern
war keine Rede!!!!!"
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