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Saul DunnSTAHLAUGE: Die Elasto-WeltBastei 23002, Science Fiction Abenteuer, 158 Seiten, DM 4,80, 1982Es war einmal ...... eine Redaktionskonferenz des Bastei-Verlags. Auf der Tagesordnung stand die Qualität der SF-Reihen.Sprach einer: „Die Leser wollen Qualität!" Antwortete ein anderer: „Quatsch, die kaufen alles, wenn es nur reißerisch genug aufgemacht ist! Wollen wir wetten?" Die Wette galt, und als Beweis wurde eine neue Reihe ins Leben gerufen: SF-Abenteuer. Mit „STAHLAUGE: Die Elastowelt". Als besonderen Gag gab man der Reihe eine Nummerierung, die schon bei „Der 6-Millionen- Dollar-Mann" verwendet wurde. Und wenn sie nicht pleite gehen, wetten sie noch immer ... Schade, daß das kein Märchen ist! Voll Verzweiflung suche ich seit Stunden nach einem Vergleich, der diesem Werk standhält. Jim Parker (Utopia) zu beleidigen hat keinen Sinn, der würde zu gut abschneiden. Auch die „Zukunftroman" - Reihe (Kaufhaus - Ramsch) ist dagegen hugoverdächtig. Die alten Leihbücher? Nein, die kann man nicht mit STAHLAUGE in einen Topf werfen. Die sind einfach literarisch hochstehend, wie man an den ständigen Neuauflagen bei Pabel sieht ... Ich geb's auf. Wie find ich nur einen Einstieg, um dieses Werk (?) / Buch (?) / Machwerk (!) zu besprechen? Schließlich ist das eine „deutsche Erstveröffentlichung", sogar übersetzt, ein „packendes Abenteuer in Raum und Zeit", schlagen sich da zwei 'edle' Menschen mit 'edlen' Gesichtern und 60000 'edlen' Androiden mit der Bevölkerung von 40 Millionen Planeten herum, alles sadistische Sylvaner (ich trinke nur noch Riesling!) und gewinnen natürlich! Da rasen Raumschiffe mit Mach 10 durchs All, Durchmesser 3 Kilometer, und weichen den Strahlschüssen aus, indem sie 10 bis 50 Meter auf und ab wippen, und STAHLAUGE rast im Raumanzug ohne Triebwerke mit Lichtgeschwindigkeit im Zick-Zack immer mittemang. Von den drei- und vierschneidigen Messern, die für einen Meter Flug 3 Sekunden brauchen, will ich erst gar nicht anfangen. Der Übersetzer, seinen Namen verschweige ich gnädig (Jörg Fricke), muß ein harter Bursche sein, daß er zwischen Lach-, Wein- und Würganfällen die Übersetzung fertiggebracht hat. Ich wundere mich selbst, daß ich die Lektüre ohne bleibenden Schaden überstanden habe - nur dieses hartnäckige Kopfschütteln kriege ich nicht mehr weg ... ... und jetzt soll ich auch noch eine Rezension darüber schreiben. Hurra! Ich hab's! Ich leugne einfach alles ab! Ist ja auch viel besser für den Ruf! Also, liebe Leser, leider konnte ich dieses dicke Buch, das laut Verlagswerbung sehr spannend sein soll (manche Leute, die es nicht gelesen haben, finden es sogar hervorragend), aus Zeitmangel nicht lesen. In der nächsten Nummer aber ganz bestimmt eine Besprechung!
Gert Vogel Diese Rezension erschien in der Nullnummer von „SOLARIS-Magazin" (1982), dem Versuch von Rolf Bingenheimer und Jürgen Mercker, ein kommerzielles SF-Magazin an die Kioske zu bringen.Mehrere Mitglieder unseres damaligen Stuttgarter SF-Stammtischs haben sich übrigens als Reaktion auf diese Besprechung das Buch gekauft, um zu sehen, ob es wirklich so schlecht ist! Sie konnten es mir alle miteinander bestätigen ...
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